Die Entscheidung

Nach unserem Zelt-Urlaub 2016 war uns klar, dass wir wieder campen, aber nicht wieder auf einer Luftmatratze schlafen wollten. Ein Wohnmobil hätte bedeutet, dass man bei jedem größeren Ausflug alles abbauen, verstauen und abends wieder ausräumen müsste. Dafür sind wir einfach zu bequem. Ein Wohnmobil ist auch ein ziemlich teures Gefährt. Ein Wohnwagen sollte es also sein: Blieben noch ca. 10 Hersteller mit 8 Grundrissen!

Dafür. das der Wohnwagen nicht zu gross wurde sorge als erstes unser Zugfahrzeug. Der Hyundai iX35 darf maximal 1.200kg an den Haken nehmen [ wie man das ändert steht hier ]. Damit waren alle längeren Wohnwagen von der Liste gestrichen.

Aus dem letzten Urlaub wussten wir, wie eng Zufahrten zu schönen Campingplätzen sein können. Unser erster Wohnwagen sollte nicht an der ersten ängeren Kurve hängen bleiben. Somit fielen auch alle breiten Serien durch unser Raster. 

Wir haben uns dann auf die Hersteller mit schmaleren, und leichteren Modellen konzentriert. Caravelair, Sterckeman, Adria und Weinsberg kamen in die nähere Wahl. Von diesen Herstellern haben wir uns einige Modelle angeschaut und sind recht schnell bei Weinsberg hängen geblieben, weil hier das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Der erste Wohnwagen muss kein fabrikneues Modell sein, denn er wird leiden müssen. So haben wir uns auf den üblichen Fahrzeugbörsen nach passenden Gebrauchten umgeschaut. 

Unsere Reise nach Haßloch

Das man seinen Traum-Wohnwagen nicht direkt um die Ecke findet, war uns klar. Von Lübeck bis Lindau war alles dabeim, ein ernstzunehmendes Angebot fanden wir in Rheinland-Pfalz. 

Der Weinsberg CaraOne 420QD hatte alles, was wir uns so vorgestellt hatten, bis hin zum Fahrradträger war alles dabei. Hier wollte jemand wohl sein Hobby aufgeben.

Bei der Besichtigung zeigte uns die Besitzerin den Wagen und reichlich Zubehör: Satelliten-Antennene, Fernseher, Ambient-Beleuchtung, Autark-Paket, Frischwasser-Kanister... Die Liste wurde immer länger. Wo war der Haken?

Nach einiger Zeit sagte uns die gute Frau, dass ihr Mann kurz nach der Rückfahrt aus dem Urlaub plötzlich verstorben sei und deshalb den durchgescheuerten Kabelsatz nicht mehr ersetzen konnte. Den defekten Kabelbaum hatte er noch ausgebaut und Ersatz lag bereit.

Schweigen!

Jetzt war klar, warum der Caravan inklusive allem was der Camper braucht abzugeben war. Einen Moment lang mussten wir überlegen, wie wir mit der Situation umgehen sollen. Verhandelt man mit einer Witwe genauso hart wie mit einem Paar?
Aber warum nicht? Sie wollte den Wohnwagen nicht behalten, was wir gut verstehen konnten. Der kleine technische Defekt stellte für uns kein Problem da. So wurden wir uns bald handelseinig.

Erst schrauben - dann fahren!

Nachdem wir per uns per Vorvertrag die Rechte an dem Weinsberg gesichert, und das Geld überwiesen hatten, mussten wir uns und das Zugfahrzeug auf den Gespannbetrieb vorbereiten. Wir haben dann die Papiere bekommen und konnten die Anmeldung vor der Abholung durchführen. 

Drei Wochen nachdem wir unsere Pippilotta das erste mal gesehen hatten sind wir zurück in die Pfalz und haben sie abgeholt. Erst mal musste Carsten unter das Fahrgestell um den Kabelbaum anzuschließen. Im November keine so schöne Arbeit, aber ohne Licht und Blinker wären wir nicht weit gekommen.

Zum Glück wohnt unser Freund Matthias in Mannheim. Bei ihm haben wir bei unseren Ausflügen nach Haßloch geschlafen und konnten unser Gespann dort abstellen.